Ujjayi – reinige deine Atemluft?

Was ist die Ujjayi Atmung? Wie verbessert sie die Asanas?

Mit der Ujjayi haben wir im Yoga eine Atemtechnik (Pranayama) mit der wir sicherstellen können, tiefer und bewusster zu atmen. Die beiden Silben bedeuten so viel wie „ausweiten“ oder „hinauf“ und „Jaya“ bedeutet „besiegen“ oder „erobern“. Es könnte mit „siegreicher Weg“ übersetzt werden.

Da bei der Ujjayi Atmung die Luft in den Bauch, in die Lunge und dort in alle Bereiche der Lunge eingesogen wird, zeigt sich eine „vor Stolz geschwellte Brust“, die eines Siegers. Es ist ein Sieg über ein alltägliches, oft vernachlässigtes Atmen, zu flach und zu unregelmässig.

Das diese Atemtechnik nicht lautlos ist, erweckt sie beim Zuhörer unterschiedliche Assoziationen mit weiteren, bildhaften Namen wie Ozeanisches Atmen, Meeresrauschen, Kehlkopfritzen-Atmung oder Reibelaut.

Ujjayi Kumbhaka ist eine besondere Form von Ujjayi Pranayama, da der Atem dabei angehalten wird. In diesen Moment kommt der Geist zur Ruhe, in die Leere.

Was bringt die Ujjayi Atemtechnik?

Diese Atemtechnik ist ein Reinigungsatem, denn hier entstehen Luftwirbel in der Kehlraumverengung, die allen Schmutz, Schleim, Keime oder Pollen mitreissen. Die Atmung kann durch Räuspern noch unterstützt werden.

Das Besondere der Ujjayi Atmung ist, dass sie die Atemmuskeln trainiert. Denn die Luft wird hier durch eine winzige Öffnung gepresst, was die ganze Kraft der Atemmuskulatur erfordert. Zwangsläufig entsteht dadurch eine Bauchatmung. Dadurch vergrössert sich zudem der Zwerchfellmuskel. Wir erhalten mehr Sauerstoff.

Dadurch werden wir vitaler, denn der Atem schenkt uns mehr Energie, die wir gezielt in die verschiedenen Körperbereiche lenken können, dort wo sie benötigt werden.

Es heisst, dass diese Atmung die Yoga-Haltungen erleichtert. Die Atmung entfacht auch ein inneres Feuer, dass eine angenehme Wärme bringt. Der Körper wird ebenfalls entgiftet, die Verdauung verbessert, der Blutdruck reguliert und die Schilddrüse angeregt.

Wie atme ich bei der Ujjayi Atmung?

Bei dieser Atmung erfolgt die Ein- wie auch die Ausatmung durch die Nase und der Mund bleibt geschlossen. Auf diese Weise wird die Luft angefeuchtet und temperiert.
Die Einatmung spendet Kraft und die Ausatmung entspannt.

Eine Besonderheit der Ujjayi Atmung

Etwas Besonderes ist es, den Atem zu lauschen. Es geht um den Ton, der durch die Atmung produziert wird. Durch die Beobachtung kann die Atmung korrigiert und ins Gleichgewicht gebracht werden.

Durch dieses Biofeedback erfahre ich etwas, über meine geistige, emotionale und körperliche Verfassung, denn wenn wir geistig abschweifen oder emotional unausgeglichen sind, verändert sich die Atmung.

Liegt ein Ungleichgewicht vor, dann kann mit der Ausbalancierung der Ein- und Ausatmung begonnen werden um sie wieder ins Gleichgewicht zu bringen, damit der Atem sanft und leise fliesst. Die Ein- und Ausatmung sollte gleich lang sein.

Diese Atemübung kann den Praktizierenden nach Innen leiten. Der Geist wird beruhigt und die Meditation unterstützt.

Wie übe ich die Ujjayi Atmung?

Bei der Ujjayi Atmung verengt sich die Stimmritze, wodurch ein sanftes Geräusch wie ein Hauch entsteht.

Die Kraft der Vorstellung hilft dabei, wenn wir ein „Haa“ flüstern, als ob wir einen imaginären Spiegel anhauchen. Auf diese Weise wird durch den Mund geatmet, bis der Laut beim Ein- wie auch beim Ausatmen entsteht. Der Kehlraum bleibt dabei entspannt. Wenn der Laut kommt, dann wird nur noch durch die Nase geatmet.

Während des Einatmens wird die Bauchdecke geweitet und während des Ausatmens wird sie zusammengezogen. Die Übung sollte anfangs in einer aufrechten Sitzhaltung praktiziert werden. Später kann sie durchaus während einer Asana praktiziert werden oder ganz allgemein im Alltag beim Gehen oder Stehen, Sitzen oder Liegen.