Ist Yoga vergleichbar mit Ausdauersport?

Motivation

Ausdauersport hat viele positive Effekte auf Körper und Geist. Doch es gibt auch eine sanftere Version. Kann Yoga da mithalten? Wenn es um Sport und Gesundheit geht, dann wird sehr häufig Ausdauersport wie Laufen, Skilanglauf, Schwimmen, Radfahren und Triathlon u. a. empfohlen. Denn damit wird nicht nur die Fettverbrennung angeregt sondern das Blutbild verbessert, das Immunsystem gestärkt und gesundheitliche Risiken reduziert.

Zugleich wirkt Ausdauersport auch auf unsere Psyche positiv und wir fühlen uns ausgeglichener, aufnahmefähiger und stressresistenter.

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Neurologen kennen bereits seit längerem die positiven Wirkungen. Für sie ist interessant, welche anderen Sportarten oder Fitness– und Gesundheitstrends ebenso viele positive Auswirkungen vor allem auf das Gehirn haben.

Yoga im Fokus der Neurologen

Gerade Yoga ist ein interessantes Gebiet für Neurologen, dass derzeit auch in den Fokus rückt. Noch sind die Effekte auf das Gehirn nicht hinreichend erforscht. Doch es gibt bereits ein paar positive Resultate.

So ist bekannt, dass regelmässiges Üben Stress vorbeugen kann und ausgeglichener macht.

Was aber findet auf der Mikroebene durch Yoga im Gehirn statt?

Damit beschäftigte sich eine internationale Gruppe von Neurologen in einer Metastudie. Elf Ergebnisse verschiedener Studien wurden zusammengefasst mit erstaunlichen Resultaten.

Die berücksichtigten Studien beschäftigten sich alle mit mentaler Gesundheit und Yoga. Die Probanden praktizierten Hatha Yoga, das neben den Asanas auch Atemübungen und Meditationen umfasst.

Unterschieden wurde zwischen Anfängern und Fortgeschrittenen und wie sich Yoga bei einer wöchentlichen Übung hier entsprechend auswirkt. Die Kontrollgruppe waren Personen, die keinen Bezug zu Yoga hatten.

Eingesetzt wurden bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomografie.

Wie lauten die Ergebnisse der Metastudie?

Neha Gothe, Professorin für Kinesiologie von der amerikanischen Universität Illinois stellte fest, dass in allen Studien ähnliche Hirnregionen identifiziert wurden, die durch Yoga aktiviert werden. Überraschenderweise unterschieden sie sich nicht sehr von denen, die von der Bewegungsforschung bekannt sind.

Die Forscher kommen damit zu dem Schluss, dass Yoga die gleichen oder zumindest ähnliche Hirnareale stimuliert wie Ausdauersportarten.

Welche Gehirnareale werden durch Yoga und Ausdauersport positiv beeinflusst?

U. a. nimmt das Volumen des Hippocampus zu, der an der Gedächtnisverarbeitung beteiligt ist und mit zunehmenden Alter schrumpft. Durch Ausdauersport und Yoga können Demenz und Alzheimer vorgebeugt werden.

Auch die Amygdala war im Vergleich grösser. Der präfrontale Kortex, der für die Entscheidungsfindung und Planung wichtig ist, zeigte eine positive Wirkung.

Die positiv beeinflussten Gehirnregionen gehören alle zum limbischen System. Es spielt eine wichtige Rolle bei unseren Emotionen und beim Lernen und Erinnern.

Dennoch ist für die Forscher ungeklärt, warum gerade Ausdauersport und Yoga, die als sehr unterschiedlich betrachtet werden, dennoch ähnliche Wirkungen auf das Gehirn haben.

Warum hat Yoga positive Auswirkungen auf das Gehirn?

Bei Ausdauersportarten ist der benötigte Luftsauerstoff ein Sclüssel für die Effekte. Yoga gilt nicht als aerob. So kann nur angenommen werden, dass die bessere Gefühlsregulation zu den positiven Effekten im Gehirn verhilft wie zu der besseren Gedächtnisleistung u. a.

Yoga und Stress

Die Kombination von Yoga und Stress ist besonders interessant für Neurologen, da frühere Studien über Yoga hier zeigen, dass das Stresshormon durch die Yoga-Praxis gesenkt werden kann und dadurch bessere Leistungen in Bezug auf die Entscheidungsfindung und die Aufmerksamkeit erreicht wurden.

Yoga und unsere Emotionen

Die Frage, warum Yoga und Ausdauersport ähnliche positive Wirkungen haben, konnte nicht geklärt werden. Feststeht jedoch, dass Yoga uns hilft, unsere Gefühle besser zu regulieren. So kann mit Stress und Angst besser umgegangen werden. Wer nicht darunter leidet, erreichtt durch Yoga einen positiven Effekt auf die anderen genannten Gehirnfunktionen.