Yoga – mit Leid und Schmerz umgehen?

Hilft mir Yoga mit Leid und Schmerz umzugehen? Gleichmut zwischen Trauer und Freude?

Für viele Menschen sind die Yoga-Haltungen ein Einstieg in die indische Lehre. Oft erwacht das Interesse mehr über die Yoga-Philosophie zu erfahren und sie als Lebenshilfe zu verstehen und zu nutzen.

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Ein wichtiges Thema dabei ist Gelassenheit und Gleichmut, ausgeglichen zu sein, ausbalanciert, auch in schweren Zeiten. Wenn wir Schmerz und Leid aus einem anderen Winkel betrachten, dann kann es uns leichter fallen, damit umzugehen.

Schmerz gehört zum Leben

Das sind die Weisheiten, die wir eigentlich nicht hören wollen. Doch wir sollten sie uns in einen Moment vorhalten, indem wir nicht persönlich davon betroffen sind, weil wir gerade einen geliebten Menschen verloren haben, vielleicht auch ein erhofftes Ziel wie einen Job nicht erreicht oder Schmerzen nach einer Operation haben.

Schmerz und Trauer gelten heute oft als Schwäche. Und in einer Zeit, wo doch alles cool und perfekt ist, hat das nichts zu suchen. So zeigen viele Menschen stets nur ihre glückliche und perfekte Seite. Das was traurig macht oder schmerzt, bleibt häufig verborgen. So haben wir den Eindruck von anderen, das dort immer alles glatt läuft und alles in Ordnung ist.

Schmerz und Leid gehören dazu, so wie Schatten zum Licht. Wir können die schönen Seiten geniessen und mit den Schattenseiten lernen umzugehen.

Der eine und der andere Schmerz

Es gibt auch das andere Leiden. Wenn ein geliebter Mensch stirbt, dann ist das in gewisser Weise ein normales Leiden. Es gehört zum Leben dazu.

Manche Leiden sind aber selbstgemacht. Wir leiden aus einer Enttäuschung heraus, weil wir Neid oder auch Hass empfinden, etwas ablehnen und uns darin hineinsteigern.

Es schmerzt, wenn uns jemand beleidigt. Es kann schmerzen, weil wir bestimmte Erwartungen haben, vielleicht das uns alle toll finden sollen und die nicht erfüllt werden.

Welche Ursachen haben mein Leiden und mein Schmerz?

Es geht darum, die Ursachen für mein Leiden zu entdecken. Bin ich unrealistisch? Habe ich falsche Erwartungen? Bin ich neidisch? Wir sollten ehrlich zu uns sein, was uns leiden lässt.

Mit Gefühlen umgehen

In der Meditation können wir mit den Ursachen unseres Leidens umgehen. Vielleicht kennen wir die Ursache, vielleicht auch nicht. Wenn wir meditieren, dann sollte es ohne Bewertung und vor allem ohne Verurteilung von Gefühlen wie Hass oder Neid sein, die wir empfinden.

Wir sollten die Gefühle vielmehr aussitzen. Wir sollten sie betrachten, wie sie in uns wühlen. Wir können uns vorstellen, dass sie strampeln und um sich schlagen und nach und nach erschöpfter und stiller werden.

Aus dem Buddhismus stammt die zentrale Idee, dass wir nicht leiden, weil wir gesündigt haben, sondern weil wir blind, also ignorant sind. Wir sollten die Welt sehen wie sie ist und mit Mitgefühl die Schmerzen und Leiden der anderen verstehen wie auch unsere eigenen. Damit lässt sich das Leid besser ertragen und die Lebensfreude steigern.