Yoga für den Beckenboden?

Welche Bedeutung hat der Beckenboden? Warum stützt er nicht nur unsere inneren Organe?

Was ist der Beckenboden?

Wir hören Beckenboden oft in Verbindung mit Schwangerschaft und Geburt. Doch der Beckenboden ist ein Bereich, dem nicht nur in dieser Zeit eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte, denn er dient der Stabilität und Kraft unseres gesamten Wesens.

Yoga Beginner Buch

Wo liegt der Beckenboden?

Der Beckenboden ist eine handtellergrosse Muskelplatte, die die Beckenorgane und den Bauchraum von unten her abschliesst. Die Beckenbodenmuskeln erstrecken sich vom Schambein bis zum Kreuz- und Steissbein, sowie seitlich zu den Sitzbeinhöckern.

Ein starker Beckenboden gibt den Bauchorganen Halt, vermeidet Inkontinenz und unterstützt die Bildung von Endorphinen. Er sorgt zudem für ein stabiles Gleichgewicht und eine harmonische Koordination. Obwohl wir den Beckenboden nicht spüren, können wir lernen, die Beckenbodenmuskeln willkürlich zu bewegen und sie durch Übungen zu stärken. Ein spezielles Training wird bei Blasen- und Darmschwäche, sowie bei Übergewicht und Haltungsschäden empfohlen.

Hat der Beckenboden noch eine besondere Bedeutung?

Obgleich der Beckenboden aus anatomischer Sicht eine wichtige Bedeutung hat, da er einen grossen Einfluss auf die Körperhaltung, die Organtätigkeit, Sex und unser Wohlbefinden hat, wird er oft vernachlässigt.

Aus psychischer Sicht hat der Beckenboden ebenfalls eine Bedeutung, die dadurch ungenutzt bleibt.

Ist der Beckenboden die Kraft der Mitte?

Ist der Beckenboden schwach oder sogar verkrampft, dann verliert der Körper die Verbindung zum Boden, was sich auf die Psyche und unser Wohlbefinden auswirken kann. Es kann zu gleichglültigem Verhalten oder Unsicherheit kommen.

In manchen östlichen Kulturen gilt der Beckenboden als Tor des Lebens, womit nicht nur die Geburt eines Kindes gemeint ist, sondern auch eine Verbindung zu unserer inneren Mitte, der vom Beckenboden aus Kraft und Sicherheit geschenkt wird.

Yoga-Haltungen für den Beckenboden

Eine Übung, die den Beckenboden unterstützt sind die Sufi-Kreise, die im Kundalini-Yoga praktiziert werden.

Dafür setzen wir uns in den Schneidersitz und legen die Hände auf den Knien ab. Wir kreisen unseren Oberkörper mit geschlossenen Augen. Dabei halten wir bei der Einatmung den geraden Rücken nach vorne und bei der Ausatmung machen wir einen runden Rücken nach hinten.

Die Kindshaltung ist ebenfalls eine Übung um den Beckenboden zu stärken.
Dafür gehen wir in den Fersensitz und beugen den Rumpf mit geradem Rücken langsam nach vorne bis die Stirn den Boden berührt. Zugleich schieben wir die Arme, mit nach oben gerichteten Handflächen, nach hinten, die neben den Füssen zur Ruhe kommen. Die Atmung in den Beckenraum lenken und beobachten.

Welche Yoga-Haltungen entspannen den Beckenboden?

Neben dem Unterstützen des Beckenbodens, ist es auch wichtig, ihn zu entspannen. Dafür eignen sich alle Umkehrhaltungen.