Kann ich mit Meditieren die Welt wirklich verbessern?

Gibt es eine bestimmte Meditation, mit der die Welt von uns verbessert werden kann? Wer sagt das?

▶️ Der Yoga Hüftöffner – Was ist das eigentlich?

Die Schreckensmeldungen reissen nicht ab. Es gibt Kriege, es gibt Anschläge, Naturkatastrophen und damit viel Leid. All das fördert eine soziale Ungerechtigkeit. Wo finden wir Empathie?

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Anstatt gegeneinander zu arbeiten, sollten wir Menschen doch füreinander da sein und der Eigennutz weniger in den Vordergrund stellen.

Die deutsche Wissenschaftlerin Tanja Singer beschäftigte sich in einem international einmaligen Projekt damit, ob Meditation und mentales Training für mehr Empathie und Altruismus eingesetzt werden können.

Besteht Interesse an mehr Mitgefühl?

Das Meditieren einen mental stärkt und fit macht für den Konkurrenzkampf, hat sich bis in die Führungsetagen von Firmen und in Managerkreisen herumgesprochen. Wir können uns mit Meditieren stärken um mit jedweden Wettbewerbsdruck umgehen zu können und keine Angst aufkommen zu lassen, zu verlieren.

Die Frage ist, ob auch Interesse daran besteht, dass wir die Meditation dazu nutzen, besser miteinander zu arbeiten, statt gegeneinander?

Meditieren für mehr Mitgefühl?

Lange wurde tatsächlich die Arbeit von Neurowissenschaftlern dadurch blockiert, dass Empathie als etwas Weibliches und mit viel Skepsis betrachtet wurde.

Als Professorin für soziale Neurowissenschaft untersuchte die Forscherin in diesem verhältnismässig neuen Wissenschaftsgebiet auch, wie das Gehirn andere Menschen und die entsprechenden Gefühle wahrnimmt. Eine Frage stand im Mittelpunkt der Untersuchungen: Kann das Mitgefühl durch Meditation trainiert werden?

Zehn Minuten um die Welt zu verbessern?

In Untersuchungen, die durch Hirnscans belegt sind, zeigte die Professorin, wie die Motivation für das Miteinander regelrecht wie ein Muskel trainiert werden kann. Dadurch verändern sich nachweislich die Reaktionsmuster. Die Wissenschaftlerin geht sicher davon aus, dass es nicht mehr als zehn Minuten täglicher Meditation benötigt, um Dankbarkeit, Empathie und soziale Motivation zu schulen.

Sobald wir also unsere Handlungsmotivation von Gegeneinander auf ein Miteinander umpolen, wird sich etwas verändern. Das was wir als Empathie und Grosszügigkeit geben, kommt zurück.

Sollten wir uns vom homo oeconomicus nicht verabschieden?

Sollten wir uns nicht von der Idee der Gewinnmaximierung verabschieden, damit die Basis der Ökonomie sich weltweit verändert?

Dass uns das immer mehr schadet und immer weniger gut tut, sehen wir an den vielen chronisch kranken, gestressten oder traurigen und depressiven Menschen. Es geht also darum, die Meditation nicht nur für uns sondern für uns als Teil des Ganzen zu nutzen.

Um welche Studie handelte es sich?

Bei der gross angelegten Studie zum mentalen Training mithilfe westlicher und fernöstlicher Methoden der Geistesschulung von Prof. Tanja Singer, Direktorin der Abteilung Soziale Neurowissenschaft am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig, handelt es sich um das ReSource-Projekt.

Es ist ein säkulares Programm, das mit einem Team von Forschern des Max-Planck-Instituts sowie von erfahrenen Meditationslehrern und Psychotherapeuten entwickelt wurde.

Das Projekt dauerte elf Monate, in denen interessierte Laien an die verschiedensten mentalen Übungen herangeführt wurden um damit ihre Aufmerksamkeit, eine gesunde Emotionsregulation, Körper- und Selbstbewusstsein, Empathie und Selbstfürsorge sowie eine Perspektivübernahme zu trainieren.

Die Übungen zielten darauf ab, die soziale Kompetenzen sowie die mentale Gesundheit zu verbessern. Damit sollte mehr Lebenszufriedenheit, sowie mehr geistige Klarheit erreicht werden, mit Stress besser umgegangen und Menschen besser verstanden werden.

Hier geht es zur Studie: https://www.resource-project.org/index.php?id=