Warum hat Karneval und Yoga etwas miteinander zu tun?

Gibt es eine Verbindung zwischen Karneval und Yoga?

Demnächst beginnt wieder die fünfte Jahreszeit, auch als Karneval oder Fasching u. a. bezeichnet. Fasching wird mit Ausgelassenheit, Verkleidung, Feiern und Tanzen verbunden.

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Die ungesunden Süssigkeiten, die bei Karnevalsumzügen verteilt werden, der hohe Alkoholkonsum, die für manche kitschig wirkenden Kostüme und all das was zum Fasching gehört, hat mit Yoga viel mehr zu tun, als es auf den ersten Blick erscheint.

Karneval, wie wir ihn heute kennen?

Wir dürfen nicht vergessen, dass wir heute einen Karneval feiern – oder manche nicht – wie wir ihn gemacht haben oder wie ihn viele Menschen sich wünschen.

Noch einmal ausgelassen sein, ein letztes Fest, bevor die Fastenzeit beginnt. Das könnten wir als gesunden Wechsel von Ausgelassenheit, Feiern und Freude mit einer Zeit der Achtsamkeit, des Verzichtes und der Reinigung betrachten. Kennen wir das nicht auch im Yoga?

Verkleidung – so möchte ich sein?

Wir können das besonders an Kindern beobachten, wenn sie Cowboy oder Supermann werden wollen, eine Prinzessin oder eine Hexe, ein Dino oder ein Clown. Mit den Kostümen zeigen sie uns, wer sie oder wie sie sein möchten. Jemand der Mut hat und gegen seine Ängste kämpft oder jemand der mit dem Zauberstab sein Leben in die Hand nimmt und sich das erfüllt, was er sich wünscht? Es kann auch weniger dramatisch sein, wenn jemand als Clown alles leichter nehmen möchte oder als Prinzessin bewundert wird.

Streben wir es nicht auch an, durch Yoga verändert zu werden, gesunder und bewusster zu leben oder Antworten auf Fragen zu finden? Ein Kostüm kann uns zeigen, in was wir uns gerne verändern würden oder welche Fähigkeit wir uns noch gerne aneignen würden.

Kennst du das Gleichheitsprinzip des Karnevals?

Das Rheinland steht im Karneval auf dem Kopf. Die deutsche Hochburg des Fasching besitzt das Kölsche Grundgesetz: ET KÖLSCHE JRUNDJESTZ. Dabei handelt es sich um elf Lehrsprüche dieser deutschen Region, die dem Karneval so verschrieben ist. Und die Lebensweisheiten können durchaus mit den Lehrsprüchen Patanjalis konkurrieren.

Karnevalistische Lebensweisheiten, die zum Yoga passen?

Der Yoga-Weise fordert uns zu Disziplin auf, während die Kölner Übersetzung lautet: „Von nichts kommt nichts“.

Wir sollen auch im Fluss des Lebens mit all seinen Strömungen incl. dem unterschiedlichen Wellengang schwimmen und „Es kommt wie es kommt.“ ist die verblüffend ähnliche Lebensweisheit des Kölsche Grundgesetz.

Toleranz im Karneval von Anfang an?

Patanjali pflegt einen toleranten Umgang mit den Mitmenschen. Auch das finden wir im Karneval.

Ein Vorläufer des Karnevals wurde vor 5.000 Jahren in Mesopotamien bereits gefeiert. Unter dem Priesterkönig Gudea wurde ein siebentägiges Fest gefeiert. U. a. heisst es in einer Inschrift über das Fest, „… dass die Sklavin der Herrin gleichgestellt und der Sklave an seines Herrn Seite ist. Die Mächtige und der Niedere sind gleichgeachtet.“

Es war das erste Mal, dass Toleranz und Gleichheit bei einem ausgelassenen Fest praktiziert wurden, das heute ein Merkmal des Karnevals ist.