Sing mal wieder!

Unter der Dusche oder warum nicht im Chor – Hauptsache Singen? Was bewirkt Singen in uns?

Unter Sängerinnen und Sängern, seien es Profis oder Amateure ist die positive Wirkung des Singens mittlerweile unumstritten. Wissenschaftler sammeln dazu immer mehr Indizien, die das glückliche Gefühl und den stimmungsaufhellenden Effekt bestätigen.

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Hat Singen tiefgreifende physiologische Veränderungen?

Bei den Veränderungen, die das Singen mit sich bringt, können wir bei den Neurotransmittern beginnen bis hin zur Atmung.

Das Musizieren und Singen gute Laune macht, können wir aus eigener Erfahrung bestätigen. Dadurch wird auch das Herz-Kreislauf-System und die körpereigene Abwehr gestärkt. Physischer sowie psychischer Stress werden abgebaut und die kognitive Leistung verbessert. Wie dies alles zusammenhängt und welche Abläufe durch das Singen in Gang gebracht werden, ist aktuell auch ein Thema vieler Wissenschaftler.

Kann ich messen, wie Singen glücklich macht?

Vor ein paar Jahren gab es ein interessantes Experiment bei der Menschen, die sich selbst als muffelig oder unglücklich bezeichneten, in einen Chor vereint wurden. Via Casting fanden sich 36 Personen, mit und ohne Chorerfahrung für diesen Chor, der drei Monate lang regelmässig einmal pro Woche probte.

Die Teilnehmer wurden vor und nach der Chorprobe nach ihrem Befinden anhand eines standardisierten Fragebogens befragt und auch Speichelproben wurden abgegeben. Zudem fanden Gespräche statt.

Wie waren die Ergebnisse lt. dem Fragebogen und der Speichelprobe?

In den Speichelproben wurde nach Oxytocin gesucht. Dabei handelt es sich um ein Hormon, dass Stress senkt und das Wohlbefinden steigert. Tatsächlich waren die Werte des Oxytocin nach der Chorprobe höher und die Sänger empfanden sich entspannter und glücklicher.

Warum macht Singen glücklich?

Damit ist noch einmal belegt, dass Singen glücklich macht. Warum es gut tut, lässt sich mit sportlichen Aktivitäten vergleichen. Denn Singen hat eine ganze Reihe an gesundheitsfördernden Eigenschaften. Wie bereits erwähnt werden das Abwehrsystem und der Kreislauf gestärkt, auch die Haltung wird verbessert und Glückshormone freigesetzt.

Verbessert Singen unsere Atmung?

Ein wichtiger Faktor ist die Atmung, denn wir Atmen intensiver beim Singen. Der Parasympathikus, der beruhigt und entspannt wird durch eine tiefe Ein- und Ausatmung aktiviert. Die Atmung aktiviert während des Singens unseren Stoffwechsel, regt die Organe und auch unser Gehirn an. Wir könnten fast sagen, dass Singen schlau macht, in jedem Fall aber die Konzentration fördert.

Singen für unsere Psyche?

Körperlich hat Singen also nachweisbare, positive Wirkungen. Schwieriger ist es bei den mentalen Effekten. Während des Singens, wie bei einem Chor, ist Konzentration gefragt und zugleich wird man von lästigen Gedanken abgelenkt. Das gemeinsame Singen schafft auch ein Gefühl von Zugehörigkeit und des Zusammenhalt in einer Gruppe, was sicherlich auch ein positives Gefühl erzeugt und eine gute Wirkung hat.

Im Jahr 2015 konnten dann auch Forscher der University of Oxford diesen Effekt belegen.

Singen macht also glücklich. Im Chor hat es noch einmal zusätzliche positive Effekte, aber auch alleine zu singen macht einen glücklich. Gehören wir nicht unbedingt zu den Meistersingern, dann können wir ja unsere Lautstärke etwas dämpfen, dass auch andere Menschen glücklich bleiben.