Ist Yoga eine Sportart?

Ist Yoga eine Sportart? / Pixabay

Ist Yoga eine Sportart und worin unterscheidet sich Yoga vom Sport? Warum sprechen wir von Yoga als einer Ganzheitlichkeit oder Einheit? Warum hört Yoga nie auf? In vielen Fitness-Centern wird Yoga angeboten und wenn jemand meint, er müsste etwas für seine Gesundheit tun und sich mehr bewegen, denkt er an Yoga. Damit ist tatsächlich ein Zugang zu Yoga geschaffen. Eine sportliche Aktivität ist Yoga dennoch nicht.

Yoga – Körperhaltung und was noch?

Sport wurde einst auch Körperertüchtigung genannt. Zuerst einmal wird der Fokus nur auf den Körper gelegt um ihn gesund zu halten oder auch um ihn fit zu machen und seine Leistung zu steigern wie für Wettbewerbe.

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Yoga ist Einheit?

Auch wenn die Körperübungen, die Asanas im Yoga, meist ein erster Zugang zu indischen Philosphie sind, sind sie nur ein Teil. Der Körper ist wie ein Gefäss, der unsere Seele beherbergt, der von unserem Geist in einer gewissen Weise geführt wird. Dies zusammen ist unsere Ganzheitlichkeit. Übersetzt wird Yoga u. a. mit „zusammenbinden“ und der Begriff kann „Vereinigung“ bedeuten.

Damit können wir auch den einen Unterschied zum Sport erkennen. Im Yoga geht es um die Ganzheitlichkeit nicht nur um den Körper.

Ist Yoga eine Sportart?

Das Ziel im Sport ist, vor allem wenn wir die Wettbewerbe betrachten, eine Leistung. Es geht darum sich mit seinen Gegnern zu messen und besser zu sein als andere.

Yoga hat ebenfalls ein Ziel. Wenn wir an die Asanas die Körperübungen im Yoga denken, dann ist diese Bewegung und Fitness für den Körper allerdings nur ein Teil des Ganzen.

Die Weisen des Yoga, wie Patanjali beispielsweise, halten uns in ihren Schriften bereits seit Jahrtausenden an, nicht nur den Körper zu pflegen sondern eine gesunde Lebenshaltung einzunehmen um das Ziel von Yoga zu erreichen.
Dieser Weg ist zugleich das Ziel und führt nach innen, dort wo alles beginnt und auch alles endet.

Gefühle im Sport und Gefühle im Yoga?

Ob Trauer oder Freude haben im Sport nichts zu suchen, denn sie sind hinderlich und können vom Gewinnen ablenken.

Im Yoga gehören Gefühle dazu. Es ist der Neid, wenn die Nachbarin die Yoga-Haltungen so elegan praktiziert und wir nicht oder wenn Ärger über die mangelnde Konzentration nur unser Gedankenkarrussel noch mehr antreibt. Auch wenn es nicht gefällt, sie dürfen aufkommen, weil wir sie dann auch loslassen können.

Es gibt Yoga-Haltungen, die uns helfen, Stress und innere Blockaden zu lösen. Bei einer Yoga-Übung brechen wir scheinbar grundlos in Tränen aus. Nur Yogis wissen warum und kennen die befreiende Wirkung.

Yoga gibt Energie und Sport?

Sport kann die Gelenkigkeit fördern und baut Muskeln auf. Und ja, es gibt auch díeses Glücksgefühl, wenn ein Ziel erreicht ist.

Yoga gibt eine andere Art von Energie. Wenn wir uns abends müde in die Yoga-Stunde schleppen, dann sind wir im Anschluss froh, nicht gekniffen zu haben. Wir fühlen uns manchmal wieder aufgeladen und manchmal entspannt und ausgeglichen.

Wir können unser Nervensystem nicht kontrollieren. Mit Yoga haben wir aber die Möglichkeit es zu beeinflussen, den Sympathikus herunterzufahren und den Parasympathikus zu aktivieren. Damit können wir Powern, es aber auch irgenwann gut sein lassen und zur Ruhe kommen.

Sport geht in eine Richtung und Yoga?

Sport hat eine Richtung. Es ist leistungsorientiert. Im Yoga können wir von Wachstum und Entwicklung reden und die geht in viele Richtungen und mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten.

Da entdecken wir bei den Asanas unser Körpergefühl, spüren immer mehr die Kraft der Atmung, erfassen diese Gedankenspirale in der Meditation oder entdecken unsere Gelassenheit. Yoga hört nie auf, Sport schon.